August 2015

Liebe Leserinnen und Leser,

mit diesem Heft begrüßen wir einen neuen Mitherausgeber des Magazins für Theologie und Ästhetik, der den Leserinnen und Lesern allerdings schon seit längerem als Autor des Magazins bekannt ist. Bisher bestand die Herausgebergruppe aus drei Praktischen Theologen, was natürlich immer auch bestimmte Fokussierungen nach sich zieht. Nun freuen wir uns, mit Wolfgang Vögele einen systematikschen Theologen für die Herausgeberschaft gewonnen zu haben. Wolfgang Vögele ist seit dem Heft 82 im Jahr 2013 ständiger Autor unserer Zeitschrift. Er hat inzwischen auch schon mehrere Hefte redaktionell betreut (Dante, Kirche und Theologie) und uns mit zahlreichen kulturhermeneutische Erschließungen angeregt, über Kultur und Religion nachzudenken. Die jüngste Erschließung finden Sie als Essay über Leonhard Cohen im vorliegenden Heft.

Die facettenreiche Frage, wie protestantische Existenz heute aussehen kann, eine Existenz, die neben der Bibel auf einen Seite auch die Tageszeitung, die Oper, die zeitgenössische Literatur oder Kunst auf der anderen Seite in den Blick nimmt, wird damit um eine weitere Perspektive erweitert.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Andreas Mertin, Jörg Herrmann und Horst Schwebel


Zum Heftthema: von der "Sakralmüdigkeit", von der Anfang der 60er-Jahre in ganz Europa die Rede war, kann heute nicht mehr gesprochen werden. Während die Menschen offenkundig von der Institution Kirche die Nase voll haben, sehnen sie sich doch nach "sakralen" oder wenigstens "spirituellen" Inszenierungen. Dem kommen zahlreiche Bereiche der Alltagskultur entgegen: sei es die Gestaltung großer Fußballstadien (einschließlich Kapelle und Friedhof), sei es die Präsentation von Museen und Kunsthallen, sei es beim Häuserbau, der Trend zur Bedeutung steigernden Inszenierung ist unverkennbar. Dieser Trend scheint aber in einem umgekehrten Verhältnis zur zugrundeliegenden Sache - zur Bedeutsamkeit selbst - zu stehen. Wenn alles gleich gültig wird, muss der Schein für die Differenz sorgen.

***

Das aktuelle Heft setzt sich aber nicht nur mit Fragen der Architektur auseinander, sondern auch mit Lyrik und Musik am Beispiel von Leonard Cohen, mit dem Tod im Kinofilm und mit Gesprächen über Gott und die Welt mit Kindern. Mit einem Wort: mit Spiritualität.

Unter VIEW finden Sie zunächst von Andreas Mertin einige Notizen und Ausführungen rund um das Thema. Wolfgang Vögele analysiert einen Klassiker von Leonard Cohen nicht zuletzt im Blick auf seine theologischen Implikationen. Hans-Jürgen Benedict setzt sich mit dem Roman "Vaterjahre" auseinander und Hans J. Wulff studiert narrative Funktionsbindungen des Motivs „Leichenüberführung“ im Spielfilm.

In der Rubrik RE-VIEW gibt es vier Texte: Zum einen eine Rezension von Frank Hofmann zum Thema "Pilgern". Dann eine Predigt von Hans-Jürgen Benedict über das "Schweben". Und schließlich zwei Texte von Andreas Mertin rund um das Thema "Bild".

Unter POST finden Sie wie gewohnt die Notizen von Andreas Mertin zu Themen der letzten zwei Monate und einen Kommentar zu Leonard Cohens düster prophetischem Stück "First we take Manhattan".


Einige Hinweise zu den kommenden Heften:

Heft 97 wird sich "Closer to van Eyck" mit der Kunst und der "Theologie" Jan van Eycks zuwenden. Heft 98 könnte dann ein CONTAINER sein. Leserinnen und Leser, die Beiträge zu einzelnen Heften einreichen wollen, werden gebeten, sich mit der Redaktion in Verbindung zu setzen.

Wir wünschen eine angenehme und erkenntnisreiche Lektüre!

Andreas Mertin, Jörg Herrmann, Horst Schwebel und Wolfgang Vögele


Heft

Thema

Redaktion

Termin

2015

97

Closer to van Eyck

Mertin

01.10.2015

98

Container

Mertin

01.12.2015

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