01. Oktober 2019

Liebe Leserinnen und Leser,
zwei Bilder begleiteten uns in den letzten beiden Monaten. Das erste ist eine ziemlich abstrakte Zitterkurve, die den Weg der Klima-Aktivistin Greta Thunberg über den Atlantik nach New York nachzeichnet und diesen in eine Karte mit dem Wellengang einfügt. Greta Thunberg und ihre Begleiter hatten nicht den normalen Segeltörn nach New York gewählt, sondern symbolträchtig den eher gefährlichen und schnellsten. Es eilt und doch ist und war es symbolisch wichtig, nicht mit dem Flugzeug nach New York zu fliegen. Als religiöse Menschen spüren wir die Bedeutung der symbolischen Gesten besonders. Das zweite Bild ist ein bewusst konstruiertes Foto der Ankunft der Yacht in New York. Wir sehen die Freiheitsstatue in all ihrer Pathetik, wir sehen die Segelyacht und wir sehen Greta Thunberg als lebende Galionsfigur am Bug der Yacht. Ein wenig overdressed vielleicht, aber in einer Zeit, in der nur noch starke Zeichen wirken, unvermeidlich. Trotzdem ist es ein gutes Bild: Unite behind the Science heißt seine Botschaft.

Um Fragen des Reisens, der Wahrnehmung dessen, was ist, um unseren Umgang mit der Welt und das gute Leben, die Zukunft auch in religiöser Perspektive geht es in dieser CONTAINER-Ausgabe des Magazins. Es sind strittige Zeiten, in denen die Schöpfung und ihre Zukunft auf dem Spiel steht.

In der Rubrik VIEW finden Sie zunächst zwei Texte rund um Paris: Wolfgang Vögele setzt seine wunderbare Reise durch die Kulturorte von Paris fort. Sein umfangreicher Beitrag, der ja im letzten Heft begonnen hatte, ist auch als Gesamt-PDF erhältlich. Karin Wendt stellt die in Paris lebende und arbeitende Künstlerin Lor-K vor und schlägt zugleich eine Brücke zwischen den beiden Heftthemen Paris und Natur bzw. Schöpfung. Burckhard Dücker danken wir für die Erlaubnis zum Abdruck seines Textes zu Alfred Döblins Roman Die drei Sprünge des Wang-lun. Was ist die Konzeption eines guten Lebens? Jörg Herrmann geht in seinem Text der Frage der Zukunft der Religion nach.

In der Rubrik IMPULS stellt Andreas Mertin einige Ideen (Schöpferische Spiegelungen) zum Umgang mit dem ersten Blatt der Lutherbibel vor.

In der Rubrik FEED-BACK zeigt sich Andreas Mertin entsetzt vom Elend heutiger Theologie, die zunehmend ad personam und nicht mehr in der Sache diskutiert. Er nennt das die intellektuelle Verwahrlosung deutscher Theologie.

In der Rubrik Re-VIEW finden Sie Barbara Wucherer-Staars Vorstellung einer immersiven Installation auf der Art Basel.

Und unter POST finden Sie ironische Anmerkungen zum Zeitgeschehen und Vorstellungen ausgewählter Videoclips.

Das nächste Heft 122 des Magazins für Theologie und Ästhetik hat das Thema „Natur und Kultur“ zum Inhalt. Wem dazu etwas einfällt, den laden wir zur Mitarbeit ein.

Für dieses Heft wünschen wir eine erkenntnisreiche Lektüre!

Andreas Mertin, Jörg Herrmann, Horst Schwebel und Wolfgang Vögele


Für das Jahr 2020 hat die Redaktion verschiedene Themen in den Blick genommen, ohne das genaue Heft schon festzulegen. Wir denken an "Zentrum und Peripherie", "Städte der Welt", "Sacred Spaces", "Science-Fiction und Religion".

Leserinnen und Leser, die Beiträge zu einzelnen Heften einreichen wollen, werden gebeten, sich mit der Redaktion in Verbindung zu setzen.

Übersicht aller bisher erschienenen Texte

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