Dezember 2010

Liebe Leserinnen und Leser,

die vorliegende Ausgabe des Magazins für Kunst | Kultur | Theologie | Ästhetik nähert sich unter ganz unterschiedlichen Ansätzen und Fragestellungen dem Thema Popmusik. In Zusammenarbeit mit Andreas Kubik von der Universität Rostock haben wir Texte gesammelt, die kulturhermeneutisch, pastoraltheologisch, religionspädagogisch und kulturwissenschaftlich bestimmte Facetten der Popmusik erschließen. Aktuell ist nach langer Zeit der Bereich des Popmusikalischen wieder interessant(er) geworden und es gibt viele Phänomene, die der Analyse harren.

Unter VIEW finden Sie zunächst eine kulturhermeneutische Auseinandersetzung von Andreas Kubik mit einem Lied von Marc Cohn. Martin Zerrath plädiert in seinem Beitrag für einen popkulturellen Gottesdienst. Christoph Örley hat sich von seinen Schülerinnen und Schülern mit einem Musikvideo überraschen lassen. Andreas Kubik rezensiert ein Buch zur Apokalypse im Rap. Andreas Mertin fragt, ob die Massenkultur die Lebensform der Gegenwart ist und macht sich danach auf die Suche nach dem Populären im Pop.

Unter RE-VIEW finden sie poeto-theologische Reflexionen zum Schmetterling in der Symboldidaktik von Andreas Mertin und eine Ausstellungsrezension aus der gleichen Feder.

Unter POST zwei Polemiken von Andreas Mertin: Zum einen eine Auseinandersetzung mit der Kritik Altbischof Hubers an der Don Giovanni-Inszenierung von Robert Schwab in Berlin; und zum anderen eine Sprachkritik an einem Kollegen, der sprachbildlich zu viel auf einmal wollte, was der Klarheit der Rede selten bekommt.

In der BLACKBOX finden Sie in der Zeit vom 01.12.2010-31.01.2011 ein Stück Populärkultur des Mittelalters, ein Kunstwerk, im Blick auf das andere Künstler ihre Reisen planten bzw.unterbrachen, nur um es studieren zu können. Es handelt sich um das Werk "Der Zinsgroschen", ein Fresko in der Kirche Santa Maria del Carmine in Florenz. Es ist ein Bestandteil des Freskenzyklus in der Brancacci-Kapelle. Der Zinsgroschen wurde zwischen 1425 und 1428 von Masaccio (1401-1428) geschaffen. Das Bild, so heißt es in der Wikipedia, "gilt als eines der Hauptwerke Masaccios. Die Besonderheit liegt an der realistischen Darstellung sowohl der Figuren wie der gesamten Komposition als auch der natürlichen Darstellung von Meer, Gebirge und Wolken. Max Semrau meint hierzu: "Die klare und überzeugende Anordnung der Gestalten im Raume, ihre individuelle Charakteristik, das ausdrucksvolle, aber auf wenige Handelnde im Vordergrunde beschränkte Gebärdenspiel gibt der Darstellung eine ganz neue, wegweisende Kraft und Eindringlichkeit". Es gehört, wie die anderen der Kapelle, zu den bedeutendsten und revolutionärsten Werken der italienischen Renaissance.


Das nächste Heft: Die kommende Ausgabe 69 des Magazins ist ein so genannter CONTAINER ohne besondere Themenbindung. Leserinnen und Leser, die sich mit Beiträgen (Aufsätzen, Rezensionen, Essays) an der Gestaltung dieses Heftes beteiligen wollen, werden gebeten, diese bis zum 15. Januar 2011 bei der Redaktion einzureichen.

Heft 70 wird sich dann mit dem Thema "Gefühl(e)" auseinandersetzen. Auch im Blick auf dieses Thema bitten wir um Beiträge der Leserinnen und Leser und zwar bis zum 15. März 2011.

Grundsätzlich wird ein Schwerpunkt des Jahres 2011 auf der Geschichte von Kunst und Kirche im 20. Jahrhundert liegen. Es ist an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen, welche Abgründe zwischen Kunst und Kirche sich im 20. Jahrhundert aufgetan haben und welche Chancen sich eröffneten, aber auch, welche Hoffnungen nicht eingelöst wurden. Näheres dazu im kommenden Heft.

Mit herzlichen Grüßen

auch im Namen von Andreas Kubik

Andreas Mertin, Jörg Herrmann und Horst Schwebel