Blindness and Insight |
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April 2010 Liebe Leserinnen und Leser, vorgesehen war für dieses Heft die Beschäftigung mit der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 und nicht zuletzt mit dem kirchlichen Beitrag dazu. Es könnte am kalten und schneereichen Winter gelegen haben, vermutlich aber doch eher am mageren Angebot, dass aus diesem Heft fürs erste nichts wurde. Keines der so hoch angepriesenen Events vermochte einen wirklich "hinter dem Ofen herzulocken" und das was von der Kirche angekündigt wurde, war noch enttäuschender, weil es nicht über das erwartbare Spektrum der eitlen Selbstdarstellung hinausging. Und wer hätte wirklich Lust, angesichts des Themas Kirche und Kultur(hauptstadt) schon wieder über Bach und/oder die 10 Gebote zu berichten? So haben wir uns entschlossen, die Berichterstattung über das Ruhrgebiet 2010 erst einmal zu verschieben - vielleicht wird das Angebot ja noch besser und vorausweisender als momentan. Statt dessen bieten wir ein kleines Kaleidoskop zum Thema "Blindness and Insight". Unter VIEW finden Sie zunächst einmal eine Überlegung von Andreas Mertin zum Rücktritt der Ratsvorsitzenden Margot Käßmann in protestantischer Perspektive. Karin Wendt setzt sich anhand einer Ausstellung mit dem Thema Krieg / Individuum auseinander. Hans J. Wulff bereichert das Heft mit zwei Beiträgen: zum einen verweist er auf den im Berlinale-Programm erstmalig gezeigten Film über das Orchestre Symphonique Kimbanguiste, zum anderen stellt er den Kino-Film Up in the Air vor und macht sich Gedanken über das Motiv der Kündigung. Andreas Mertin macht verwunderte Bemerkungen über das Verhältnis von Kirche und Kultur anlässlich der Kulturhauptstadt 2010. Susanne Dammann bietet "Anmerkungen zu Musik und Text im Triumphlied von Johannes Brahms". Unter RE-VIEW stellt Karin Wendt das Virtuelle Museum NRW vor und Andreas Mertin verweist auf das Buch "Meilensteine der Architektur" Unter POST unternimmt Andreas Mertin Gedankenspiele zu den notwendigen Voraussetzungen zum Verstehen religiöser Kunstwerke und setzt seine Reihe zur Ikonographie des Religiösen in der Gegenwart fort. In der BLACKBOX finden Sie in der Zeit vom 01.04.2010-31.05.2010 ein Werk von Pieter Bruegel d.Ä. über die Parabel vom Blinden der die Blinden führt (nach Matthäus 15, 14: Wenn Blinde andere Blinde führen, fallen alle in die Grube.) Das Bild stammt aus dem Jahr 1568, ist 86x154 cm groß und ist mit Tempera auf Leinwand gemalt. Es befindet sich heute im Museo Nazionale di Capodimonte in Neapel.
"In the parable of the blind leading the blind Christ was illustrating in readily appreciable physical form a spiritual condition inner blindness to true religion. Bruegel gives visual expression to Christ's words in this truly tragic image. The frieze-like procession of the large-scale figures of six blind men reaches an agonizing climax in the terrified expression of the second, who is falling. In contrast to this staggering line of humanity is the church behind them, strong and solid, representing the faith which gives true vision. Once again, in a late work, Bruegel gives a particular and realistic interpretation to a Christian moral. " Uns erschien es eine passende Bildmetapher zum Thema des Heftes. Das nächste Heft: Die kommende Ausgabe des Magazins ist ein so genannter CONTAINER, der Beiträge ohne Bindung an ein bestimmtes Heftthema versammelt. Leserinnen und Leser, die sich mit Beiträgen Gestaltung dieses Heftes beteiligen wollen, werden gebeten, diese bis zum 15. Mai 2010 bei der Redaktion einzureichen. Mit herzlichen Grüßen Andreas Mertin, Horst Schwebel und Karin Wendt |