Communio |
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August 2009 Liebe Leserinnen und Leser, in den letzten beiden Monaten ist viel geschehen, beginnend mit den Auseinandersetzungen im Iran, die uns sicher noch im Blick auf das Verhältnis von Technik, Religion und Demokratie länger beschäftigen werden und endend mit dem Tod der Pop-Ikone Michael Jackson, was uns nach der Lebensdauer von modernen Ikonen fragen lassen könnte. Beide Ereignisse - so unterschiedlich sie auch sind - haben die Menschen bewegt und sie sind vor allem zunächst in einem technischen Medium (Twitter) kommuniziert worden. Unser Verständnis von dem, wie Kommunikation in der heutigen Welt geschieht, wie sich reale und virtuelle Gemeinschaften bilden, muss immer wieder neu bestimmt werden. Thema dieses Heftes ist wieder einmal der religiöse Raum, ein häufiges Thema dieser Zeitschrift wie der Hinweis der Redaktion zeigt. Zur Zeit wird allerdings - von wenigen Ausnahmen abgesehen - in der Kirche die Raumfrage vor allem unter dem Aspekt der (Gesund-)Schrumpfung und der Konzentration auf das vorgeblich Wesentliche diskutiert. Das ist zu wenig, wir müssen dahin kommen, das Beziehungsgefüge von Raum, Religion und Theologie zu berücksichtigen und das heißt zunächst einmal: es überhaupt wahrzunehmen und zu reflektieren. Unter VIEW finden Sie einen Text von Andreas Mertin, in dem er drei in der jüngeren Zeit entstandene religiöse Räume - drei Kapellen - miteinander vergleicht. Einen dieser Räume bedenkt Jörg Mertin ganz praktisch im Sinne des liturgischen Experiments. Andreas Mertin stellt die Diskussion zum Thema Kirchenbau auf einer Fachtagung des Instituts für Kirchenbau vor. Unter RE-VIEW stellen Markus Chmielorz und Christoph Fleischer Stimmen zu Jürgen Habermas zusammen. Henner Hermanns lässt uns an einer Zeichenexkursion nach Rom teilhaben. Andreas Mertin schreibt über die Kulturkirche St. Eustache in Paris und Harry Lehmann meditiert über Bild und Klang im sakralen Raum. Rezensionen gibt es von Manfred Richter zu einem Werk von Jochen Hörisch und von Christoph Fleischer zu einem Buch von Hermann Häring. Andreas Mertin steuert zudem noch Notizen und Reflexionen zur Kultur bei Dietrich Bonhoeffer, zu den aktuellen Ereignissen im Iran und zum Mediengebrauch der EKD bei. Unter POST schreibt Andreas Mertin zur Veränderung der Kulturwahrnehmung durch die Digitalkamera und berichtet von einem Zwischenfall im Louvre. In der BLACKBOX finden Sie in der Zeit vom 02.08.-30.09.2009 ein Foto vom so genannten Tempietto Bramantes in Rom. Nach der Legende wurde der Tempietto an jener Stelle errichtet, an der das Kreuz Petri gestanden haben soll. "Der Bau ist der erste runde Peripteraltempel der Architekturgeschichte seit der Antike. Er ist als mit einer Kuppel überwölbter Zentralbau angelegt. Entscheidend für das Verständnis dieses Bauwerks ist, dass es nicht auf die (in der römischen und christlichen Tradition stehende) Ausgestaltung des Innenraumes ankommt, sondern auf die griechische Tempeltradition des plastischen Außenbaus. Bramante griff die in Rom zu dieser Zeit bewunderte Welt der griechischen Antike auf und formte das Bauwerk nach diesen Idealen. So entstand ein neuer Typus eines Memorialbauwerks." [wikipedia] Mit herzlichen Grüßen Andreas Mertin, Horst Schwebel und Karin Wendt |
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