Die Ruine als Differenz

Oder: Ein Sonnenplatz für künstlich unterhaltene Schäden

Andreas Mertin

Info Andreas MertinDie Igreja do Convento de Sao Domingos in Lissabon soll einmal zu den prächtigsten Gotteshäusern der Stadt gehört haben. Das berühmte Erdbeben von 1755, das die gesamte europäische Philosophie und Theologie erschütterte, zerstörte auch dieses Kloster. Nach dem Wiederaufbau wurde die Igreja do Convento de Sao Domingos 1959 durch einen Brand noch einmal nahezu vollständig zerstört. Nun wird sie seitdem kunstvoll in ihrem ruinösen Charakter erhalten. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Kirche voll individueller Frömmigkeit im Kontrast zur äußeren Vergänglichkeit.

1755 – Ein Erdbeben und seine Folgen

Wenn man heute durch Lissabon wandert, stößt man allenthalben auf die Erinnerung an das Erdbeben von 1755, es ist sozusagen eine mythische Größe, so wie es das ja auch für den Rest Europas war, der sich freilich damals nur ein imaginäres Bild vom Geschehen machen konnte.

Vor Ort steht einem dagegen etwa die Igreja do Convento do Carmo immer vor Augen. Die Kirche wurde nach dem Erdbeben nur teilweise rekonstruiert, ansonsten aber als Ruine belassen und ihre weiße Säulenreste überragen ganz Lissabon.

Foto: Reinhard Kuhlmann

Heute dient sie als Museum und ist zugleich pittoresker Blickfang von der Aussichtsplattform des Elevador de Santa Justa. Zugleich bleibt sie eine permanente Erinnerung an die seinerzeitige Naturkatastrophe.

Die Katastrophe

Der Katastrophe fielen bis zu 90.000 der 275.000 Einwohner Lissabons und der umliegenden Dörfer und Kleinstädte zum Opfer. Weitere 10.000 Menschen starben an der Mittelmeerküste, etwa im heutigen Marokko. Etwa 85 % aller Gebäude Lissabons wurden zerstört, darunter die berühmten königlichen Paläste und Bibliotheken, die brillante Beispiele der manuelinischen Architektur des 16. Jahrhunderts waren. Was nicht durch das Beben zerstört wurde, fiel den Flammen zum Opfer, etwa ein erst kurz zuvor eröffnetes großes Opernhaus. Der königliche Palast am Tejoufer, auf der heutigen Praça do Comércio, wurde ebenfalls zerstört, und mit ihm die riesige Staatsbibliothek mit über 70.000 Büchern und unwiederbringlichen Malereien von Tizian, Rubens oder Correggio. Auch die Aufzeichnungen von den Expeditionen Vasco da Gamas und anderer Seefahrer gingen verloren. Das Erdbeben zerstörte auch fast alle religiösen Bauten von Lissabon, besonders die Kathedrale Santa Maria, die Basiliken von São Paulo, Santa Catarina und São Vicente de Fora, aber auch die Kirche Igreja da Misericórdia. (Wikipedia)

Die Reaktionen

Nun kann man auf Katastrophen ganz unterschiedlich reagieren. Protestantische Prediger sollen süffisant darauf verwiesen haben, dass die einzige evangelische Kirche Lissabons vom Beben verschont blieb, während katholische Geistliche gerade im Eingehen auf den Protestantismus die katastrophenverursachende Sünde sahen. Voltaire schildert in „Kandid oder die beste der Welten“ im sechsten Kapitel eine weitere Variante:

Nach dem Erdbeben, wodurch drei Viertel von Lissabon zu Grunde gegangen waren, hatten die Weisen des Landes kein wirksameres Mittel, um der gänzlichen Zerstörung vorzubeugen, ausfindig gemacht, als dass man dem Volke ein schönes Auto da Fe gebe. Die Universität Coimbra hatte den Ausspruch getan, dass das Schauspiel einiger Menschen, die mit gehöriger Feierlichkeit bei langsamem Feuer gebraten würden, ein untrügliches Mittel zur Verhütung der Erdbeben sei.

Tatsächlich sieht man auf den zeitgenössischen Bildern vor allem eines: Galgen, an denen die ertappten Plünderer hängen. Auf dem obigen Bild etwa ist ein Gutteil der Stadt merkwürdigerweise noch intakt, während fleißig Menschen an den Galgen gebracht werden.

Für die Intellektuellen Europas (und solche, die es werden sollten) war der Eindruck dagegen ungeheuerlich. Goethe, der zu diesem Zeitpunkt erst sechs Jahre alt war, schildert seinen andauernden Eindruck rückblickend so:

Durch ein außerordentliches Weltereignis wurde jedoch die Gemütsruhe des Knaben zum ersten Mal im tiefsten erschüttert. Am ersten November 1755 ereignete sich das Erdbeben von Lissabon, und verbreitete über die in Frieden und Ruhe schon eingewohnte Welt einen ungeheuren Schrecken. Eine große prächtige Residenz, zugleich Handels- und Hafenstadt, wird ungewarnt von dem furchtbarsten Unglück betroffen. Die Erde bebt und schwankt, das Meer braust  auf, die Schiffe schlagen zusammen, die Häuser stürzen ein, Kirchen und Türme darüber her, der königliche Palast zum Teil wird vom Meere verschlungen, die geborstene Erde scheint Flammen zu speien: denn überall meldet sich Rauch und Brand in den Ruinen. Sechzigtausend Menschen, einen Augenblick zuvor noch ruhig und behaglich, gehen mit einander zugrunde, und der Glücklichste darunter ist der zu nennen, dem keine Empfindung, keine Besinnung über das Unglück mehr gestattet ist. Die Flammen wüten fort, und mit ihnen wütet eine Schar sonst verborgner, oder durch dieses Ereignis in Freiheit gesetzter Verbrecher. Die unglücklichen Übriggebliebenen sind dem Raube, dem Morde, allen Misshandlungen bloßgestellt; und so behauptet von allen Seiten die Natur ihre schrankenlose Willkür.
    Schneller als die Nachrichten hatten schon Andeutungen von diesem Vorfall sich durch große Landstrecken verbreitet; an vielen Orten waren schwächere Erschütterungen zu verspüren, an manchen Quellen, besonders den heilsamen, ein ungewöhnliches Innehalten zu bemerken gewesen: um desto größer war die Wirkung der Nachrichten selbst, welche erst im allgemeinen, dann aber mit schrecklichen Einzelheiten sich rasch verbreiteten. Hierauf ließen es die Gottesfürchtigen nicht an Betrachtungen, die Philosophen nicht an Trostgründen, an Strafpredigten die Geistlichkeit nicht fehlen. So vieles zusammen richtete die Aufmerksamkeit der Welt eine Zeitlang auf diesen Punkt, und die durch fremdes Unglück aufgeregten Gemüter wurden durch Sorgen für sich selbst und die Ihrigen um so mehr geängstigt, als über die weit verbreitete Wirkung dieser Explosion von allen Orten und Enden immer mehrere und umständlichere Nachrichten einliefen. Ja vielleicht hat der Dämon des Schreckens zu keiner Zeit so schnell und so mächtig seine Schauer über die Erde verbreitet.
    Der Knabe, der alles dieses wiederholt vernehmen musste, war nicht wenig betroffen. Gott, der Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden, den ihm die Erklärung des ersten Glaubensartikels so weise und gnädig vorstellte, hatte sich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten gleichem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewiesen. Vergebens suchte das junge Gemüt sich gegen diese Eindrücke herzustellen, welches überhaupt um so weniger möglich war, als die Weisen und Schriftgelehrten selbst sich über die Art, wie man ein solches Phänomen anzusehen habe, nicht vereinigen konnten.
[Goethe: Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit]

Fritz Mauthner schreibt im Artikel „Optimismus [Pessimismus]“ seines zuerst 1910 erschienen Wörterbuchs der Philosophie zu den philosophischen Reaktionen auf das Erdbeben:

Unmittelbarer wirkte das andere Ereignis von 1755, das reale Erdbeben, das just am Tage Allerheiligen (der Umstand blieb nicht unbemerkt) die Stadt Lissabon zerstörte und viele zehntausend Menschen fast in einem Augenblicke tötete, zerriss oder in die Flammen warf. Es lag kein vernünftiger Grund vor, gerade dieses furchtbare Unglück zu einer Gegeninstanz gegen Gott und den Optimismus zu machen. Das Mittelalter war durch Pest und Krieg nur noch frommer geworden. Aber das Erdbeben von Lissabon traf die Zeitgenossen von Voltaire und Friedrich, und die Wirkung war ungeheuer. »Wir haben keinen guten Vater im Himmel« antwortete die Menschheit vom Mittelmeer bis nach Skandinavien. Wer sich in der Literatur dieses Ereignisses umgesehen hat, der wird mein Urteil nicht für unüberlegt halten, dass seit der Kreuzigung Jesu Christi keine Tatsache für die abendländische Menschheit so folgenreich wurde, wie dieses Erdbeben von Lissabon. … Eine Zusammenstellung aller Schriften und Briefstellen aus den Monaten nach dem Erdbeben wäre eine Anklageliteratur von ganz anderer und prinzipiellerer Art als die, die vor nun 30 Jahren ihre Waffen von Schopenhauer borgte.
    Eine Ausnahmestellung nimmt Kant ein. Auch er ist aufs äußerste erregt, aber der jugendliche Magister, der eben für sich allein die neue Kosmogonie geschaffen hat, schaut auf das Entsetzen mit der Ruhe eines Weltbaumeisters. In einer großen Abhandlung und in zwei gründlichsten Zeitungsaufsätzen (vom Januar bis zum April 1756) will er die Ursachen des Erdbebens untersuchen und womöglich die bösen Folgen künftiger Erdbeben abschwächen. Keine Anklage gegen die Vorsehung. »Große Begebenheiten, die das Schicksal aller Menschen betreffen, erregen mit Recht diejenige rühmliche Neubegierde, die bei allem, was außerordentlich ist, aufwacht und nach den Ursachen derselben zu fragen pflegt.« Nur keine blinde Unterwerfung unter die Härte des Schicksals. »Wenn man fragt, ob auch unser Vaterland Ursache habe, diese Unglücksfälle zu befürchten, so würde ich, wenn ich den Beruf hätte, die Besserung der Sitten zu predigen, die Furcht davor um der allgemeinen Möglichkeit willen, die man freilich hierbei nicht in Abrede stellen kann, in ihrem Werte lassen.« Wenn er also ein Pfaffe wäre, so würde er den Schrecken vor einem Erdbeben zur Einprägung der Frömmigkeit benützen; er will aber nur dem Erdbeben seine Geheimnisse ablauschen, um den Menschen zu nützen. Nicht eine furchtbare Schilderung geben. »Eine solche Erzählung würde rührend sein, sie würde, weil sie eine Wirkung auf das Herz hat, vielleicht auch eine auf die Besserung desselben haben können. Allein ich überlasse diese Geschichte geschickteren Händen. Ich beschreibe hier nur die Arbeit der Natur.« 
  [Mauthner: Wörterbuch der Philosophie.]

Es ist übrigens interessant, wie eifrig einige Lexika des 19. Jahrhunderts hervorheben, dass die Stadt nach dem Erdbeben an einigen Stellen viel schöner wieder aufgebaut worden sei. Das Damen-Conversations-Lexikon von 1843 schreibt etwa:

So ist es wenigstens in dem westlichen Theile der Stadt, welcher seit dem verheerenden Erdbeben von 1755 neu und verschönert aus den Trümmern entstanden ist. Desto schaudervoller ist das Leben und Weben in der stehen gebliebenen Altstadt. Hier, in den engen, krummen Straßen, die bergauf und bergab laufen, zwischen den himmelhohen dunklen Häuserreihen mit ihren, oft wie Vogelbauer vergitterten Balkons, üben ganze Scharen heißhungriger, magerer Hunde das Recht, das Aas aus den Straßen wegzuschleppen. Jeder Unrath aus den Häusern wird dahin gegossen; was der Regen nicht wegschwemmt oder die Sonnenhitze nicht in schwarzen Moder verwandelt, der Wind nicht als Staub durch die wenig schließenden Fenster in die Häuser treibt, bleibt Schlamm, in welchem der stolze Bettler dahin schleicht, um ein Sonnenplätzchen für die Auslegung seiner künstlich unterhaltenen Schäden und Geschwüre zu suchen. [Damen-Conversations-Lexikon, Band 6, Art. Lissabon]

Noch zynischer ist das Brockhaus-Conversations-Lexikon von 1809, welches es schafft, 54 Jahre nach dem Ereignis nicht nur lobend auf die anschließende Verschönerung der Stadt hinzuweisen, sondern zugleich auch dem Religionskritiker Voltaire eins auszuwischen:

Im Jahr 1755 wurde diese Stadt durch das merkwürdige Erdbeben verwüstet, welches Voltairen Stoff zu der bekannten Lästerung der Vorsehung gab. Ganze Straßen wurden verschüttet, und mehrere Tausende von Menschen büßten ihr Leben dabei ein. Jetzt ist sie aber weit schöner wieder aufgebaut. [Brockhaus-Conversations-Lexikon von 1809]

Hier spürt man unmittelbar die bürgerliche Reaktion auf die philosophische Infragestellung der vertrauten Welt-Ordnung. Ein merkwürdiges Erdbeben war es, das nur mehrere Tausend (und eben nicht 90.000 und damit ein Drittel) der Bewohner Lissabons tötete. Und Voltaire beschreibt nicht die damit einsetzende Desillusionierung einer gütigen Heilsgeschichte, sondern lästert die providentia dei. So kann man es natürlich auch sehen. Und schon ist die offenkundige Differenz von Naturgeschichte und religiöser Weltordnung eingeebnet. Sinn der Vorhersehung war es, Lissabon weit schöner wieder aufbauen zu lassen. Und nur herumschleichende stolze(!) Bettler suchen in der Stadt ein Sonnenplätzchen für die Auslegung ihrer künstlich unterhaltenen Schäden und Geschwüre (sic!).

Intermezzo: Theologie der Ruine

Kommen wir zur Gegenwart und ihren Sonnenplätzchen für „künstlich unterhaltene Schäden“. Im Heft 37 des Magazins für Theologie und Ästhetik habe ich unter dem Titel „Denkmal. Ein Beitrag zu einer ruinösen Diskussion“ zur wieder anstehenden Theologie der Ruine geschrieben: „Vielleicht ist genau dies der Beitrag der Kirchen zur kulturellen Situation der Gegenwart, dass sie Orte der Vergänglichkeit im Getriebe … der Städte etablieren könnten. Wenn Kirchen Zeichen in der Stadt sind, wenn sie aber mehr sein wollen, als bloß ostentative Symbole des kulturellen Selbstbehauptungswillens der Christenheit, dann müssen sie vielleicht zu Ruinen werden. Ruinen sind bedeutungsvolle Zeichen des ganz Anderen in der Stadt - sie sind zudem Verweigerung einer städtebaulichen Konkurrenz, in der alles mit Ähnlichkeit geschlagen ist … Was wir wiedergewinnen müssen, ist eine Perspektive dessen, wozu die Gebäude der christlichen Kirche dienen. Populäre Verkürzungen wie die von der ‚Predigt der Steine’ oder den ‚Zeugnissen des Glaubens’ müssen hinterfragt und auf eine theologische Grundlage gestellt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch Ruinen ihre eigene Sprache und ihren eigenen Ausdruck haben. Es mag sein, dass Ruinen nur eine ultima ratio im Prozess der Entscheidungsfindung über die Zukunft eines kirchlichen Gebäudes sind, aber es ist eine diskutable.“

Seinerzeit war ich davon ausgegangen, dass die Ruinen von denen ich sprach, Ruinen im Sinne Caspar David Friedrichs sein sollten, Ruinen als offenkundig vorhandene, nicht aber gottesdienstlich genutzte Zeichen in der Stadt. Sie sollten Leerstellen sein, die an die potentielle Aufgabe von Religion in der Stadt erinnern sollten. Ich glaube immer noch, dass dies eine wichtige Funktion von leerstehenden Kirchengebäuden in den Städten sein könnte. Inzwischen glaube ich aber, dass noch mehr möglich ist: Gemeindeleben in den Ruinen der Kirche, die sich bewusst mit dem Fragmentarischen, dem Ruinösen, dem Beschädigten auseinandersetzt und es lebt. Was ein Charakteristikum einer solchen Form wäre, wäre der Verzicht auf die prunkvolle oder auch bauästhetische Ostentation, auf den Versuch, die Menschen durch Größe und Glanz zu beeindrucken. Wir retten die Kirchen nicht, indem wir sie kunstvoll restaurieren, sondern indem wir ihr aktuelles Gewordensein als Zeichen der Zeit annehmen. So stünde die Geschichte des Glaubenslebens im Vordergrund. Ich meine nicht, dass man nun künstlich Ruinen bauen sollte, sondern vielmehr, dass man dort, wo das Fragmentarische des vorhandenen Baus offensichtlich ist, auch offensiv damit leben und arbeiten sollte. Also Absage an den sich ausbreitenden Historismus, der nur noch mit Rekonstruktionen oder gar Pseudo-Rekonstruktionen arbeitet, Absage an einen Denkmalschutz, der in der Historisierung unserer Lebenswelten das Gegenwärtige erdrückt. Ich habe nichts gegen den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, aber sie ist nicht adäquater Ausdruck der ästhetischen Gestalt des Protestantismus oder auch der Christenheit in der Gegenwart.

Die Igreja do Convento de Sao Domingos

Ich komme auf die eingangs erwähnte Igreja do Convento de Sao Domingos zurück, die ich für ein interessantes Beispiel dafür halte, was mir unter einer ‚ostentativ’ an der Form der Ruine orientierten und dennoch religiös aktiv genutzten Kirche vorschwebt.

Die Igreja do Convento de Sao Domingos ist erkennbar eine Kirche für den Alltagsgebrauch, sie wird von den Lissabonnern während des Einkaufs besucht und von alten Frauen zum täglichen Gebet. Sie haben sich an den Wänden ihre Bezugsheiligen ausgesucht, die sie besuchen und vor ihnen beten. Es entwickelt sich so kein stimmiges religiöses Programm, sondern eher eine fast akzidentielle persönliche und subjektive Frömmigkeit innerhalb eines Rahmens, der Auskunft gibt von der ursprünglichen, nun aber nicht mehr gegebenen Einheit des Ganzen. Es ist eine Kirche für den Gläubigen, keine Repräsentanz einer Religion. Fast ist man geneigt, an die frühchristliche Situation der Katakomben zu denken.


Zur Geschichte

Auf der Webseite der Dominikaner erfährt man zur Vorgeschichte, dass das Kloster bzw. die Kirche bis zum Erdbeben von 1755 eine der größten und schönsten in Lissabon war, sie war darin vermutlich zugleich ein Spiegel der Stadt. Ihre Lage war anscheinend etwas anders als heute, nämlich direkt am Rossio-Platz. Anfang des 16. Jahrhunderts spielt das Dominikanerkloster eine mehr als unselige Rolle bei den Juden- bzw. Neuchristenpogromen in Lissabon, insoweit zwei der Dominikanermönche zur Ermordung der Neuchristen anstachelten und wahrscheinlich sogar ein Kreuz so manipulierten, dass es als göttliches Zeichen zum Pogrom gewertet wurde. Vielleicht gingen von hier sogar wenig später die Autodafes am Rossio-Platz aus, die 1540 einsetzten, nachdem 1536 die Inquisition in Portugal eingeführt worden war.

Am 1. November 1755 dürfte die Kirche gut besucht gewesen sein. Da die Katastrophe an Allerheiligen stattfand und zudem nach den ersten Beben viele in die Kirchen flüchteten, wurden infolge des Zusammenbruch des Kirchendaches besonders viele Menschen in der Kirche Opfer des Bebens. Die Bibliothek des benachbarten Klosters brannte vollständig aus. Nach 1755 wurde die Kirche neu gebaut und reich durch mit Blattgold verzierten Holzarbeiten ausgestattet. 1959 wurde sie dann erneut durch einen verheerenden Brand zerstört. Dessen Folgen sind immer noch wahrnehmbar.

Gegenwart

Die heutige Kirche liegt zwar unmittelbar im Zentrum Lissabons in der Nähe des zentralen Rossioplatzes, aber keineswegs innerhalb der üblichen Touristenströme. Auch in den Reiseführern wird sie eher seltener erwähnt. Vergangener Glanz macht sich eben nicht so gut wie der schöne Schein, der in die Gegenwart ragt. So schreibt der Baedecker etwas verwundert zur Kirche:

Die Igreja de Säo Domingos … wurde nach dem Erdbeben an der Stelle eines zerstörten Dominikanerklosters gebaut. 1959 brannte der Innenraum fast vollständig aus, und die Schäden sind bis heute deutlich zu sehen: Der einschiffige kahle Kirchenraum, der ursprünglich reich mit Talha Dourada ausgekleidet war, wirkt jetzt beinahe bizarr. Die gesamten vergoldeten Holzschnitzereien sind den Flammen zum Opfer gefallen und haben die kahlen Wände freigelegt. Man hat sie so gelassen und keine neue Ausschmückung vorgenommen. Die Seitenkapellen sind provisorisch mit Heiligenfiguren ausgestattet worden. Trotz des morbiden Eindrucks wird die Kirche von Lissabonnern gern und viel besucht. (Baedecker)

Morbid scheint mir dabei das unpassende Wort für die atmosphärische Beschreibung der Kirche zu sein, selbst die mit morbid verbundene Konnotation „morsch“ führt noch in die Irre. Die Verwendung des Wortes gibt meines Erachtens eher Auskunft über die generelle Erwartungshaltung des Baedecker angesichts von Kirchenräumen, gegenüber der jede Abweichung geradezu als Verfall gedeutet wird.

Tatsächlich ist in dieser Kirche eher eine intensive Lebendigkeit wahrzunehmen und zwar in Gestalt einer vitalen Volksfrömmigkeit, die nur scheinbar im Kontrast zur Fragmentarität des Raumes steht. Sie zeigt uns, dass der Glaube sich seine eigenen Räume sucht und nicht zwingend den vertrauten Inszenierungsmustern von Kirche folgt. Lissabon selbst mag durch eine bestimmte Morbidität ausgezeichnet sein, diese Kirche ist es nicht. Auch wenn es auf den Bildern zum Teil verkitscht aussieht, so ist es das vor Ort nicht, weil die Seitenaltäre in Relation zum Gesamtraum eher beiläufig wirken. Es handelt sich eher um punktuelle Verdichtungen im Raum, der selbst von der Brüchigkeit des Ganzen Auskunft gibt.

Der frühere Radio-Bremen-Redakteur und zeitweilige Bordseelsorger auf der "MS Delphin Voyager" Ezzelino von Wedel schreibt in seinem Reise-Blog des Norddeutschen Rundfunks Anfang Mai 2008 über seine Besuch in Lissabon:

„Wohin gehen in dieser Stadt, die so reich ist an Museen, Kirchen, majestätischen Alleen und kleinen Gässchen? Und, das fühle ich immer stärker, in der etwas Morbides in der Luft liegt, ein überall zu erkennender Verfall, dem nichts entgegengesetzt wird? Die heiße Frühlingssonne hat mich schon wieder zum Schwitzen gebracht, ich suche einen Platz, den ich einmal vor vielen Jahren besucht hatte, ich finde ihn und finde doch nicht, was ich suche: den einen Ort, in dem sich die Stadt Lissabon für mich kristallisiert.“ Tatsächlich findet er den Ort nach einiger Zeit: "Ich öffne die quietschende Tür und trete ein. Und endlich habe ich ihn gefunden, den einen Ort, den ich seit einem halben Tag suche. Die Dominikanerkirche am Largo de Sao Domingo. Ein großer Raum ohne Seitenschiffe, eine Saalkirche. Die Doppelsäulen der Seitenwände in gefährlich verwittertem Zustand, kurz vor dem Verfall, das Tonnengewölbe dunkelorange bemalt. Keine Bilder, aber auf den schmalen Seitenaltären Heiligenstatuen und reiche Blumensträuße. Aus unsichtbaren Lautsprechern fließen leise gregorianische Gesänge. Schwer zu sagen, was an diesem Raum fasziniert."

Ich hatte – ohne Kenntnis der Beschreibung von Wedels – vor Ort einen nahezu analogen Eindruck. Beim Betreten der Kirche ist man erst einmal verwirrt – vor allem, wenn man nicht weiß, was einen erwartet. Dann ist man aber eigentümlich angezogen von diesem Raum, es entsteht ein Raumgefühl, das zwischen dem gesamten Raumeindruck – der vom Ruinösen bestimmt wird - und den einzelnen Anbetungsstätten oszilliert. Eine Faszination, die sich gerade nicht bloß singulär aus der Konstruktion des Raumes, sondern aus dem Zusammenspiel von subjektiver Raumnutzung und der scheinbaren Brüchigkeit der Raumkonstruktion ergibt.

Ästhetisch erinnert das Ganze vielleicht am Ehesten an Olaf Metzels Kunstwerk in der Taufkapelle der St. Erpho-Kirche in Münster im Rahmen des Skulptur. Projekte 1987: "Er bearbeitete die Wände der Kapelle mit Werkzeugen auf eine Weise, dass das rote Ziegelmauerwerk freigelegt wurde. Die als Wunden in der Wand erscheinenden Zeichen kontrastierten in ihrer Kargheit wohltuend mit dem Mobiliar der Kirche."

Was bei Metzel künstlerische Intervention war, ist in der Igreja do Convento de Sao Domingos das Ergebnis zeitgeschichtlicher Ereignisse, aber natürlich auch bewusste Entscheidung der Gemeinde vor Ort, die nicht die ästhetisch ausgezeichnete Rekonstruktion wollte, sondern sich dem Gewordenen aussetzt. Und das Verblüffende (oder vielleicht auch gar nicht so Verblüffende) ist, dass es auf die Resonanz der Gläubigen stößt, dass also etwas in dieser Atmosphäre das religiöse Gefühl anspricht.

Rezeptionsästhetik

Die Mehrzahl der theologischen Raumtheorien, die auf die konkrete Rezeption einer Kirche verweisen, macht dies, um zu zeigen, dass sich vor Ort die Theorie der Theologen nicht mit der Praxis der Laien in Übereinstimmung bringen lässt. Man zeigt dann gerne, dass die neutestamentliche Theologie zwar keine heiligen Orte kenne, die Menschen aber Sehnsucht nach diesen Orten zeigen würden. Das ist sicher ab und an wahr. Kontrovers ist, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind. Was aber wäre, wenn die konkrete Rezeption diesen Verweis unterläuft, wenn die Menschen weniger und nicht mehr „offizielle“ Inszenierung wollen? Im Wiener Stephansdom, darauf hatte ich an anderer Stelle verwiesen, hält sich die Volksfrömmigkeit auch nicht an die offizielle Inszenierung, sondern schafft sich ihre eigenen Andachtsräume im Eingangsbereich der Kirche. Eine Art Abstimmung mit den Füßen.

Das Beispiel der Igreja do Convento de Sao Domingos ist aber noch viel weiter gehender: Hier zeigt sich der Trend zur individuellen Frömmigkeit jenseits aller offiziellen Inszenierung. Nicht des heiligen Ortes bedürfen die Menschen, sondern eines religiösen Raumes. Sie brauchen (immer) weniger offiziellen Kult und mehr individuelle Bezugspunkte. Natürlich war das mit den Heiligen als Ansprechpartnern im Kult immer schon angelegt. In der Igreja do Convento de Sao Domingos aber setzt sich die religiöse Individualisierung gegenüber dem ursprünglichen Rahmen durch.

Dass die Menschen eher in die ruinierte Igreja do Convento de Sao Domingos gehen als in die oben abgebildete prunkvoll vergoldete Jesuitenkirche Igreja de São Roque (die bei unserem Besuch nahezu leer war) kann ich natürlich nicht beweisen. Der sich wiederholt findende Hinweis auf die Beliebtheit der Igreja do Convento de Sao Domingos stützt aber die These.

Wie lesen die Nutzer ihre Kirche? Die Zahl der Bettler vor der Igreja do Convento de Sao Domingos spricht dafür, dass diese davon ausgehen, dass ihr Anliegen hier auch Gehör findet. Vor anderen Kirchen gab es auch Bettler, aber das waren eher die institutionalisierten Bettler, die man vor jeder Kirche findet. Vor der Igreja do Convento de Sao Domingos aber ging es um Obdachlose und andere Notleidende. In der Kirche selbst waren nach meinem Eindruck wenig Touristen, aber zahlreiche Lissabonner, allem Anschein nach eher einfache Angestellte und Hauspersonal und natürlich viele ältere Frauen. Sie verteilten sich im Raum im Bezug auf die jeweiligen Heiligen an den Wänden (von Seitenaltären zu sprechen wäre etwas zu übertrieben.) Auch an den Stellen in der Kirche, an denen die Bauschäden offensichtlich waren, befanden sich nicht weniger Menschen. Es gab keine Hektik in der Kirche, sondern es war eher ruhig und meditativ – eine dichte Atmosphäre. Ich vermute, die Besucher empfinden diese Kirche als Kirche für sie und nicht als Repräsentanz der Kirche als Institution. Zugleich zeigt diese Kirche eine ganz neue Art der Erfahrungsgebundenheit, indem sie ihre Verletzungen nicht mehr verbirgt, sondern offen legt (man könnte an Johannes 20, 25 denken).

Um auch das noch einmal abzugrenzen und klarzustellen: Diese Kirche war nicht schmuddelig oder verkommen, so wie etwa unzählige Kirche in Deutschland, die ihren Gemeinden gleichgültig geworden sind und nun im tristen Alltag mit nicht genutzten Stühlen, Brot-für-die-Welt-Plakaten, Hungertüchern, Veranstaltungsankündigungen und Staubsaugern vollgemüllt werden. Diese Kirche war im Gebrauch. Und zu den rahmenden Bedingungen ihres Gebrauchs gehörte offenkundig ihre Fragmentarität.

Epilog: Theologie der Ruine II
Das Erdbeben …

Das Erdbeben von Lissabon 1755 war vielleicht eine der zentralen Differenzerfahrungen in Europa. Seinerzeit ging mehr in Schutt und Asche als nur eine Stadt, es war in gewisser Hinsicht die Erschütterung der optimistischen Weltsicht. Aber auch das ist bereits ein ästhetisch inspiriertes und inszeniertes Bild der Geschehnisse wie Gerhard Lauer hervorgehoben hat:

„Erdbeben gehören also längst zu den Gegenständen der sich herausbildenden Öffentlichkeit. Kupferstiche illustrieren in reicher Zahl …, die Schrecken des 1. November 1755. Guckkastenbühnen stellen vor Augen, worüber man sonst nur lesen kann. Was gezeigt und vor Augen geführt wird, ist aber kein Abbild der Realität Lissabons nach dem Erdbeben. Die medialen Darstellungen nutzen vielmehr die Ästhetik ihrer Zeit, die Ästhetik des Erhabenen, wie sie gerade erst Geltung erlangt hat. Dargestellt wird das Lissabon der Ruinen. Doch hat es diese Ruinen so gar nicht gegeben, denn der Minister Pombal hatte den sofortigen Abriss der Ruinen angeordnet, um Platz für die neu zu bauende Stadt Lissabon zu schaffen. Ruinen waren daher so gut wie nicht stehen geblieben. In den Darstellungen aber wird entweder der Moment der einstürzenden Gebäude zur Darstellung gebracht oder die erhabene Schönheit der zerstörten Stadt, die ihr vergangenen Größe nachtrauert. Vorlage für die bildlichen Darstellungen sind solche Stichfolgen wie Giovanni Battista Piranesis Antichità di Romane, also Ruinendarstellungen des gegenwärtigen Roms in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Man sieht einmal mehr, wie die zeitgenössische Ästhetik die bildliche Wahrnehmung des Ereignisses überlagert und der Schrecken des Erdbebens in vertraute Deutungsmuster überführt wird.“

Für Lauber ist Lissabon bereits ein modernes Medienereignis: „Von dieser Katastrophe gibt es fast nur Deutungen, kaum Augenzeugenberichte, die nicht schon von den philosophischen und theologischen Diskursen überschrieben wären.“ Das heißt, mit dem Erdbeben von Lissabon wurde die Erosion des theologisch vermittelten optimistischen Weltbildes nur offenkundig, und die aufklärerischen Philosophen nutzten das Ereignis als medial gut zu vermittelndes Argument. „Das Erdbeben von Lissabon“ wurde zur rhetorischen Figur. Überdies konnten die Aktionen des Marquês de Pombal, der Lissabon wiederaufbaute und sich an den Ideen der Aufklärung orientierte, zu Recht eben auch so gelesen werden, dass es besser war, sich auf die menschliche Vorsorge zu verlassen als auf die providentia dei – entsprechend hatte ja auch Kant argumentiert.

… ohne Konsequenzen

Aber auch danach wurden weiter triumphalistische Kirchen gebaut, Kirchen deren symbolischer Gehalt die Einheit, die Stimmigkeit und das hierarchische Priester-Laienverhältnis ist, mit anderen Worten, Kirchen die durch ihre Pracht die Menschen ebenso beeindrucken wie blenden sollten. Aber diese Kirchen können, dass ist meine Vermutung, auf Dauer nicht darüber hinwegtäuschen, dass ihre ästhetische Gestalt sich einer völlig anderen Theologie verdankt, als sie im 20. und 21. Jahrhundert noch vertreten werden könnte. Implizit kommt es so zu einem Form-Inhalt-Konflikt, der zur Historisierung der theologischen und religiösen Überlieferung beiträgt. Gerade indem der Kirchenbau an der formalen Konstruktion der Perfektion, der Ostentation und der Einheit festhält, gerät er in Widerspruch zur zeitgenössischen Botschaft. Kirchenbau im 19., 20. und 21. Jahrhundert gerät so zu einer Beschwörung einer Situation, die gesellschaftlich wie theologiegeschichtlich nicht mehr gegeben ist. So wie heute Paul Gerhardt oder Johann Sebastian Bach vergöttert werden, so wird einem auch eine bauliche Gestalt angedient, die der Verklärung und nicht der Einsicht dient, wofür nicht zuletzt die neu erstandene Dresdner Frauenkirche als Beispiel dienen kann. Soll so die formale Gestalt der evangelischen Theologie des 21. Jahrhunderts aussehen? Oder ist dies nur eine verklärte Rückprojektion, welche „Schönheit und Gestalt“ die evangelische Kirche einmal hatte?

Abschließende Thesen: Fragmentarische Theologie in fragmentarischen Kirchen

Meine erste These ist, dass die Igreja do Convento de Sao Domingos in Lissabon bereits eine Ruine war, lange bevor sie 1959 zum zweiten Mal zur Ruine wurde. Meine zweite These lautet, dass die Attraktivität der Kirche nach 1959 daher rührt, dass nun die Form mit dem Inhalt übereinstimmt. Seit 1755 und spätestens seit Auschwitz können Theologie und Verkündigung nur noch fragmentarisch, nur noch gebrochen, nur noch mit einem Riss, nur noch auf der Grenze gedacht werden.

„Der Begriff des Fragments kontrastiert dem der Totalität, also der in sich geschlossenen Ganzheit, der Einheitlichkeit und dauerhaften Gültigkeit. … Mindestens zwei Bedeutungen des Fragments sind dabei zu unterscheiden. Da sind zum einen Fragmente als Überreste eines zerstörten, aber ehemals Ganzen, der Torso, die Ruine, also die Fragmente aus Vergangenheit. Zum anderen sind da die unvollendet gebliebenen Werke, die ihre endgültige Gestaltungsform nicht – noch nicht – gefunden haben, also die Fragmente aus Zukunft. Fragmente – seien es die Ruinen der Vergangenheit, seien es die Fragmente aus Zukunft – weisen über sich hinaus. Sie leben und wirken in Spannung zu jener Ganzheit, die sie nicht sind und nicht darstellen, auf die hin aber der Betrachter sie zu ergänzen trachtet. Fragmente lassen Ganzheit suchen, die sie selber aber nicht bieten und finden lassen. Von Fragmenten geht daher eine Bewegung der Unruhe aus, die nicht zu einem definitiven Stillstand führt.“ (Henning Luther)

Was Henning Luther 1985 unter dem Titel „Identität und Fragment“ schrieb, hat nie in die raumtheologischen Reflexionen der protestantischen Theologie, geschweige denn in die des zeitgenössischen Kirchenbaus Eingang gefunden. Zu Unrecht. Gegenüber aller Glätte und Perfektion, die zeitgenössische Kirchengestaltung auszeichnet, ist das Fragmentarische und Ruinöse von einer überraschenden Lebendigkeit. Es geht nicht um das historistische Produzieren von Ruinen, sondern um das Belassen und Werden von Ruinen. Die bewusste Ruine ist zugleich Differenz-Bewusstmachung in einer Welt, die immer noch so tut, als lebten wir in der besten aller Welten.

Artikelnachweis: http://www.theomag.de/56/am261.htm
© Andreas Mertin, 2008